Der Verband Christlicher Pfadfinderinnen und Pfadfinder
Der Verband Christlicher Pfadfinderinnen und Pfadfinder ist ein Zusammenschluss von evangelischen Jungen und Mädchen, ist aber offen für alle Konfessionen. Er ist Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend und in den Ringen der Deutschen Pfadfinderinnenverbände und Pfadfinderverbände. 1970 beschlossen die drei evangelischen Pfadfinderinnen- und Pfadfinderbünde EMP, BCP und CPD, einen gemeinsamen Verband zu gründen. Jeder der Bünde hatte eine eigene Geschichte, war geprägt von verschiedenen Traditionen und Strukturen.
1922 gründete Mutter Riebold, die Frau des CPD-Führers Fritz Riebold die Gemeinschaft Christlicher Pfadfinderinnen (TCP). Die Arbeit war stark an die männlichen CPD-Arbeit angelehnt. Statt des bisherigen Namens wird 1933 der Name Bund Christlicher Pfadfinderinnen (BCP) angenommen. 1937 erfolgen das Verbot und die endgültige Auflösung des Bundes durch die Gestapo. Die Arbeit zuerst fand im „Geheimen „ statt. Im September 1945 wurde das erste Lager veranstaltet.
1948, drei Jahre nach Kriegsende, findet nahe der Burg Ludwigstein in Nordhessen das erste CPD Bundeslager statt.
1949 gründen die konfessionell bestimmten Pfadfinderbünde CPD und DPSG (Deutsche Pfadfinderschaft Sankt Georg – die Katholische Pfadfinderschaft in Deutschland) gemeinsam mit dem interkonfessionellen Bund Deutscher Pfadfinder den Ring deutscher Pfadfinderbünde, der im gleichen Jahr Gründungsmitglied des Deutschen Bundesjugendringes wurde. 1951 erfolgt die Aufnahme des Ringes in die Internationale Konferenz der Pfadfinderbewegung.
1959 erwirbt die CPD die Pfadfinderburg Rieneck als Schulungs- und Bildungsstätte. Zu Beginn der 60iger Jahre erlebt sie, wie auch andere Jugendbünde, ihre erste Blütezeit.
Die ruhige und mehr oder weniger in traditionellen Bahnen verlaufende Entwicklung der CPD bekommt einen Bruch, als Mitte der 60iger Jahre die junge Generation unruhig-kritisch wird und ihrer Unzufriedenheit Luft macht.
Zum Ende des Jahres 1972 kommt es dann zu einer Zusammenschluss zwischen BCP, EMP und CPD. Ab diesem Zeitpunkt treten die evangelischen Pfadfinderinnen und Pfadfinder als Verband Christlicher Pfadfinderinnen und Pfadfinder auf.
1973 wurde auf der ersten gemeinsamen Bundesversammlung die Bundesordnung des VCP beschlossen, dem neuen Jugendverband ein eigenes Gesicht gegeben. Das Kleeblatt (Zeichen der internationalen Pfadfinderinnenbewegung), die Lilie (Zeichen der internationalen Pfadfinderbewegung) und das Kreuz wurden die Bestandteile des Verbandszeichens des VCP. Inhalte und Formen der Arbeit wurden kritisch durchleuchtet und neu beschrieben.
Seine Ziele und die Wege, auf denen er sie erreichen will, hat der VCP in Aufgabe und Ziel als Bestandteil der Bundesordnung formuliert.
Heute zählt der VCP etwa 47.000 Mitglieder in über 600 Gruppen, verteilt in Städten, Gemeinden und Dörfern. Die Mitglieder des Verbandes werden bei ihren Aktivitäten von etwa 40 hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern unterstützt, doch wird der wesentliche Teil der Arbeit von Ehrenamtlichen geleistet; insgesamt gibt es zur Zeit circa 3000 jugendliche und erwachsene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.